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Was erfolgreiches Networking wirklich trägt und welche Rolle LinkedIn dabei spielt

  • Autorenbild: Dr. Johannes Ripken
    Dr. Johannes Ripken
  • 18. Juli
  • 3 Min. Lesezeit


Gerade wurde mir auf LinkedIn eine Anzeige für einen Premium-Account eingeblendet. Die zentrale Aussage: Für viele Fach- und Führungskräfte sei Networking ein Schlüssel zum beruflichen Erfolg. Diese Einschätzung teile ich voll und ganz.

Gerade in der Geschäftsführung, im Vertrieb, im Business Development oder in wirtschaftsnahen Netzwerken hängt viel davon ab, ob Menschen tragfähige Beziehungen aufbauen können. Neue Kunden, Kooperationen, Empfehlungen, Wissen oder Zugänge entstehen schließlich nur selten vollständig isoliert.

LinkedIn kann dabei ein wertvoller Baustein sein. Die Plattform hilft uns, relevante Menschen zu finden, fachlich sichtbar zu werden, Entwicklungen im eigenen Netzwerk zu verfolgen und nach einer Begegnung in Kontakt zu bleiben. Je nach Zielsetzung können auch Premium-Funktionen sinnvoll sein.

Erfolgreiches Networking entsteht allerdings nicht allein durch die Funktionen einer Plattform. Entscheidend ist, wie wir diese Möglichkeiten nutzen und was darüber hinaus im persönlichen und organisatorischen Umgang mit Beziehungen passiert.


1. Klarheit über die eigenen Ziele

Strategisches Networking beginnt nicht mit einer möglichst großen Kontaktliste.

Es beginnt mit der Frage, welche Menschen und Beziehungen für die eigene Aufgabe tatsächlich relevant sind.

Wer soll das Unternehmen und mich künftig besser kennen? Mit welchen Personen wäre ein regelmäßiger Austausch sinnvoll? Wo können Kooperationen, Empfehlungen oder neue Perspektiven entstehen?

Diese Klarheit hilft dabei, die eigene Zeit und Aufmerksamkeit bewusster einzusetzen. Nicht jeder Kontakt benötigt dieselbe Intensität. Und nicht jede interessante Person muss sofort zu einer engen Geschäftsbeziehung werden.


2. Echtes Interesse und gegenseitige Relevanz

Vertrauen lässt sich nicht technisch herstellen.

Es entsteht, wenn Menschen Interesse zeigen, zuverlässig handeln und auch die Perspektive ihres Gegenübers berücksichtigen.

Dazu gehört, nicht ausschließlich dann den Kontakt zu suchen, wenn ein konkreter Bedarf besteht. Gute geschäftliche Beziehungen entwickeln sich häufig über fachlichen Austausch, kleine Hilfestellungen, geteiltes Wissen und die Erfahrung, dass Vereinbarungen eingehalten werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: „Was kann mir diese Person ermöglichen?“

Ebenso wichtig ist: „Womit kann ich für diese Person relevant sein?“ und "Wie kann ich diese Person unterstützen?"


3. Verlässliche Routinen

Viele Menschen wissen grundsätzlich, wie Networking funktioniert. Im Arbeitsalltag fehlt ihnen jedoch die notwendige Struktur.

Nach einer Konferenz werden interessante Gespräche nicht nachbereitet. Frühere Projektkontakte geraten aus dem Blick. Ein lange geplanter Austausch wird mehrfach verschoben, weil kurzfristig andere Aufgaben dringlicher erscheinen.

Erfolgreiches Networking braucht deshalb Routinen:


  • wichtige Gespräche vorbereiten,

  • nach Begegnungen zeitnah anknüpfen,

  • relevante Kontakte regelmäßig priorisieren,

  • vereinbarte nächste Schritte dokumentieren,

  • Beziehungen auch ohne unmittelbaren Verkaufsanlass pflegen.


Digitale Plattformen und Tools können diese Routinen erheblich erleichtern. Sie ersetzen jedoch nicht die Entscheidung, Beziehungspflege zu einer regelmäßigen Aufgabe zu machen.


4. Eine passende Netzwerkkultur im Unternehmen

Gerade gestern hatte ich wieder die Freude, mit einem Hamburger Unternehmen daran zu arbeiten, wie strategisches Networking in der Unternehmenskultur verankert werden kann.

Dabei geht es nicht darum, dass alle Mitarbeitenden auf dieselbe Weise netzwerken müssen.

Menschen unterscheiden sich in ihrer Kommunikationsweise, ihren Rollen und ihren persönlichen Stärken. Manche knüpfen schnell neue Kontakte, andere sind besonders gut darin, bestehende Beziehungen zu vertiefen. Einige sind nach außen sichtbar, andere verbinden intern Wissen und Menschen miteinander.

Eine gute Netzwerkkultur berücksichtigt diese Unterschiede.

Sie schafft ein gemeinsames Verständnis dafür,


  • warum Beziehungen für das Unternehmen wichtig sind,

  • welche Mitarbeitenden welche Rolle übernehmen können,

  • wie relevantes Wissen im Unternehmen geteilt wird,

  • welche Routinen die Beziehungspflege unterstützen,

  • und wie Networking im Arbeitsalltag ausreichend Raum erhält.


Damit wird Networking von einer individuellen Zusatzaktivität zu einer professionellen Kompetenz des Unternehmens.


5. Die richtige Verbindung aus Mensch, Strategie und Werkzeug

LinkedIn ist für viele Fach- und Führungskräfte ein sehr hilfreicher Bestandteil ihres Networkings.

Die Plattform kann Sichtbarkeit schaffen, Verbindungen ermöglichen und bestehende Beziehungen begleiten. Ein Premium-Account kann diese Arbeit abhängig von Zielsetzung und Nutzungsverhalten zusätzlich unterstützen.

Die eigentliche Qualität eines Netzwerks entsteht jedoch in der Verbindung aus:


  • klaren Zielen,

  • echtem Interesse,

  • gegenseitiger Relevanz,

  • verlässlicher Beziehungspflege,

  • passenden Routinen,

  • und einer Unternehmenskultur, die Networking nicht dem Zufall überlässt.


Die Werkzeuge sind wichtig.

Wirksam werden sie durch die Art, wie Menschen mit ihnen Beziehungen gestalten.


Was ist für euch der wichtigste Bestandteil erfolgreichen Networkings?

 
 
 

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