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Keine Zeit fürs Networking? Ein weit verbreiteter Fehler, aber es gibt Lösungen.

  • Autorenbild: Dr. Johannes Ripken
    Dr. Johannes Ripken
  • 6. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit
Keine Zeit fürs Networking? (KI-generiert)
Keine Zeit fürs Networking? (KI-generiert)

Heute habe ich in einem Unternehmen das reflektierende Abschlusstraining einer Business Networking Trainingsreihe gegeben. Ein Teilnehmer berichtete dabei, dass er in den letzten Wochen zu wenig zum Netzwerken gekommen ist, weil so viel zu tun war und fragte nach Rat, wie er das in Zukunft besser hinbekommt.


Diese Situation ist ehrlich. Und sie ist absolut typisch.


Networking ist kein Nice‑to‑have – sondern ein strategischer Erfolgsfaktor

Geschäftliches Networking wird häufig unterschätzt, solange alles läuft. Projekte kommen rein, Kunden sind da, der Kalender ist voll. Erst wenn es stockt wird deutlich, wie wertvoll belastbare Beziehungen wirklich sind.

Ein starkes Netzwerk sorgt nicht nur für neue Geschäftschancen. Es gibt Orientierung, Vertrauen, Sparring, Empfehlungen und manchmal genau den einen Kontakt, der den entscheidenden Unterschied macht.

Networking scheitert nicht daran, dass Menschen es für unwichtig halten. Es scheitert entweder an nicht ausgeprägten Skills oder daran, dass es im Alltag keinen festen Platz bekommt.


Die eigentliche Herausforderung: Dringendes schlägt Wichtiges

Volle Kalender, operative Themen, Meetings, Mails: All das fühlt sich dringend an. Networking hingegen wirkt oft abstrakt, langfristig und damit leicht verschiebbar. Genau hier liegt der Denkfehler.

Networking ist keine zusätzliche Aufgabe oben auf der Liste, kein Nice-to-have, wie schon oben steht. Es ist die Basis dafür, dass viele Dinge überhaupt leichter, schneller oder überhaupt möglich werden. Der Return on Invest ist da, auch wenn er sich manchmal nur schwer greifen lässt.

Die gute Nachricht: Es braucht keine riesigen Zeitfenster. Aber es braucht bewusste Entscheidungen.


5 konkrete Tipps, um Networking trotz Zeitmangel konsequent umzusetzen


1. Networking als festen Bestandteil deiner Rolle definieren

Solange Networking als „Extra“ gesehen wird, verliert es immer gegen operative Themen.

Frage dich stattdessen:


  • Welche Rolle spielt Networking für meinen Erfolg?

  • Welche Erwartungen sind realistisch? Welche Verantwortung trage ich selbst dafür?


Wer Networking als Teil der eigenen Professionalität versteht, behandelt es automatisch anders. In meinen Trainings vermittele ich regelmäßig das Verständnis für unsere dienstleistungsorientierte Wirtschaft, dass die absolute Grundlage für Geschäftsentscheidungen hier Vertrauen ist. Vertrauen entsteht aus Beziehungen. Beziehungen entstehen aus Networking.


2. Blocker im Kalender setzen – und sie ernst nehmen

Einer der wirksamsten Hebel ist gleichzeitig einer der simpelsten:

Plane dir feste Zeitblöcke für dein Netzwerk ein.

Diese Zeit ist kein Puffer und kein Verschiebebahnhof. Sie ist bewusst reserviert für:


  • dein Netzwerk zu screenen

  • Kontakte zu priorisieren

  • neue Termine zu vereinbaren

  • dein Networking strategisch zu durchdenken

  • konkrete Handlungen abzuleiten und umzusetzen


Was nicht im Kalender steht, findet im beruflichen Alltag nicht statt. Das ist bei mir genauso.


3. Qualität vor Quantität – Beziehungen statt Kontakte

Networking bedeutet nicht, möglichst viele Menschen zu kennen.

Es geht darum, klar priorisierte und relevante Beziehungen bewusst zu pflegen:


  • Wer ist aktuell wichtig?

  • Bei wem habe ich mich lange nicht gemeldet?

  • Wo kann ich echten Mehrwert liefern?


Schon wenige, gut gepflegte Beziehungen haben oft mehr Wirkung als ein großes, loses Netzwerk.


4. Networking in bestehende Routinen integrieren

Networking muss nicht immer ein zusätzlicher Termin sein.

Nutze bestehende Anlässe:


  • ein Follow Up nach einem Projekt

  • eine persönliche Nachricht statt einer formellen Mail

  • Gespräche bei Networking Events

  • Gemeinsame Termine zum Mittagessen oder Kaffee&Kuchen für ein Catch Up

  • eine gezielte Empfehlung ohne Erwartungshaltung

  • gezielte Interaktionen auf LinkedIn


Kleine, regelmäßige Impulse halten Beziehungen lebendig.


5. Vom Denken ins Handeln kommen

Viele Menschen reflektieren ihr Networking, aber machen dann nichts. Ihr kennt den Spruch "Machen ist wie wollen, nur krasser".

Der entscheidende Schritt ist immer: Was tue ich konkret als Nächstes?


  • Wen kontaktiere ich diese Woche?

  • Welche Beziehung möchte ich vertiefen?

  • Wo kann ich aktiv unterstützen?


Networking wirkt nur dann, wenn Gedanken konsequent in Handlungen übersetzt werden.


Fazit: Zeitmangel ist real. Prioritäten sind eine Entscheidung.

Zeitmangel wird nicht verschwinden. Volle To‑do‑Listen gehören zum Alltag.

Die Frage ist nicht, ob du Zeit für Networking hast.

Die Frage ist, ob du ihm bewusst Raum gibst.

Denn starke Geschäftsbeziehungen entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis von Klarheit, Haltung und konsequenter Umsetzung.

Und genau darin liegt der Unterschied zwischen sporadischem Netzwerken und echter, nachhaltiger Beziehungspflege.


 
 
 

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