[German] Kommentar zu “Kann man Popmusik lernen, Herr Wandjo?”

Vor wenigen Tagen erschien auf der Website WeCab ein Interview mit Professor Hubert Wandjo, dem Business Director der Popakademie, wo ich meinen Bachelor in Musikbusiness studiert habe.

Insgesamt trifft es das Interview absolut auf den Punkt, inwieweit Popmusik und deren Vermarktung lernbar ist. Daher zunächst die Lese-Empfehlung zum Interview: “Kann man Popmusik lernen, Herr Wandjo?”

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Popakademie in Mannheim sowohl die Musikbusiness als auch die Popmusikdesign Studenten sehr gut auf die Herausforderungen der Branche ausbildet, so dass man als Absolvent gut gerüstet in die Branche gehen kann, wenn man nicht eh schon während des Studiums reinkommt. Neben dem Gelernten und Angewandten konnte ich mir ein breites Netzwerk aufbauen und die Absolventen der Popakademie arbeiten weit gestreut in der Musik- und Medienbranche.

Trotz allem ist die Situation in der Branche nicht einfach. Nach mehr als einem Jahrzehnt Krise der Musikbranche (genauer gesagt dem Kerngebiet: die Tonträgerbranche) steht sie im Tal (der Umsatzzahlen) und vor den Herausforderungen mit dem neuen digitalen Umfeld umzugehen. Aber nicht nur das digitale Umfeld und dessen Monetarisierung ist eine Herausforderung, sondern es gibt weitere wirtschaftliche Einflussfaktoren wie verändertes Konsumentenverhalten, veränderte Formatpräferenzen, das Ende der CD-Ersatzkäufe alter Vinyl-Sammlungen, zusätzliche Entertainment-Inhalte und -Geräte, eine veränderte Handelsstruktur und ökonomische Veränderungen (Details dazu hier)

Hinzu kommen noch strukturelle Entwicklungen bei den Labels in der Musikbranche: Major Labels investieren nicht mehr langfristig in Künstler, weil die Aktionäre der Mutterkonzerne gute Quartalszahlen sehen wollen. Somit liegt der Fokus stärker auf dem schnellen Umsatz. Ein Punkt, der gegen langfristigen und nachhaltigen Künstleraufbau spricht. Zudem ist die Investment-Budgets der Tonträgerbranche eh signifikant geringer als vor der Krise, weil die Umsätze insgesamt einfach sehr stark eingebrochen sind. Zu diesem Thema habe ich auch vor längerer Zeit einen Artikel geschrieben: Readjusting Artist Development.

Die Musikbranche steht also nach wie vor vor großen Herausforderungen, die aber mit einem breiten Sachverstand besser zu bewältigen sind. Somit kann man die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung bzw. eines Fachstudiums, wie sie an der Popakademie angeboten wird, nur unterstreichen!

Ich hoffe, dass dieser Artikel nicht als “Werbeartikel” für die Popakademie wahrgenommen wird. Man kann die Inhalte mit Sicherheit auch hervorragend an anderen Einrichtungen oder Ausbildungsmöglichkeiten vermittelt bekommen. Ich kann selbst allerdings nur das Studium an der Popakademie beurteilen. Mein Ph.D. in England war ja kein klassisches Studium, sondern sogesehen ein Selbststudium.

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